Historisches über Insel
von Claus Stamann
Die zahlreichen urgeschichtlichen Funde Insels beweisen menschliches Leben schon zur Stein-, Bronze- und Eisenzeit. Wenn auch darin der Ursprung nicht gesehen werden darf, so ist dennoch von einem sehr hohen Alter des Dorfes auszugehen.
Der Ort weist die typischen Merkmale aus, die die einst seßhaft werdenden Menschen bei der Wahl ihres Siedlungsplatzes in Betracht zogen, nämlich die Anlage der Höfe zwischen einer Geländeerhebung und einem Bach. Auf dem Bergrücken entstanden die fruchtbaren Ackerflächen. Der Hang auf halber Entfernung zum Tal bot Raum für das Dorf. An der Stelle des feuchten Erlenbruchwaldes in den Niederungen entstanden die Wiesen.
Die die Höfe umgebenden Hainbuchen-Eichenbestände boten den Menschen Schutz vor Unwetter und heißer Sonneneinstrahlung. Außerdem lieferten sie Bauholz, dienten als Großviehweide und bargen die natürliche Schweinemast.
Es sind dies die Besiedlungsformen vieler alter Dörfer der Heide in der Umgebung. Nach weitgehend übereinstimmender Meinung der Siedlungsgeographen entstanden diese etwa im 9. und 10. Jahrhundert. Insel dürfte demnach rd. 1000 Jahre alt sein.
Insel gehörte geschichtlich zu der ehemaligen Vogtei Schneverdingen, war dann mit den Ortsteilen Barrl, Höpen und Reinsehlen eine selbstständige politische Gemeinde, und ist seit der Verwaltungsreform 1972/73 Teil der Stadt Schneverdingen. Die Inseler Schule, 300 Jahre eine selbständige Einrichtung, wurde 1995 das Opfer schulpolitischer Reformen.
Die bisher bäuerlich geprägte Dorfstruktur veränderte sich mit dem allgemeinen Wandel in der Zusammensetzung der Wohnbevölkerung. Der Anteil des landwirtschaftlichen Erwerbs nahm ab. Die Zählung in 1925 ergab achtundachtzig land-und forstwirtschaftliche Betriebe. Im Jahr 1960 waren es noch 96 Betriebe. Von diesen verblieben nur noch wenige.